Links 2010-03-11

Der Schweiz geht der Fonduewein aus

swissinfo:

“Der Käse, den wir verwenden, ist ein reines Naturprodukt aus der Schweiz”, sagt Ruedi Köpfli, der Geschäftsführer der Emmi Fondue AG in Langnau. “Käme die Forderung durch, dass 80% der Zutaten aus der Schweiz stammen müssten, würden wir das zur Zeit nicht erfüllen, wegen dem Weinanteil.” Die für die Fondueproduktion nötige Menge sei in der Schweiz nicht erhältlich.

Schuld sei die Subventionierung der falschen Rebsorten.

Aber selbst gemachtes Fondue schmeckt eh am besten.

Tron Legacy

Watch in HD on Vimeo or download it from here.

Achgottchen, die arme Polizei

Selten habe ich eine Pressemeldung mit so viel Vergnügen gelesen wie die jüngste des Bundes der Deutschen Kriminalbeamten, einen offenen »Brief des Bundesvorsitzenden i.S. Vorratsdatenspeicherung an Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel«.

Weinerlich legt der große Vorsitzende dar, daß der Untergang des Abendlandes droht. (Man möchte ihn in den Arm nehmen und ihm zum Trost Georg Kreisler vorsingen.) Immerhin: Das Pressemeldungsstimmungsbarometer, das ansonsten nur “mit Entsetzen/Enttäuschung/großer Betroffenheit” u.ä. kennt, wurde erweitert um »konsterniert nehmen wir zur Kenntnis«, daß nämlich, ja daß es eine Konsequenz hat, wenn Gesetze verfassungswidrig sind.

Und der BDK weinte bitterlich — CARTA

Vielleicht sind diese Datenbriefe ja doch keine soo gute Idee

Herr Müller hat sich kaum von seinem Schock erholt da klingelt das Telefon. Am Apparat ist Herr Meier von Computer Meier in Münster – Dort hat Herr Müller während seiner Studienzeit gejobt. Gelegentlich hat er sich dort auch mal Versandhausbestellungen hinschicken lassen:“Hallo Herr Müller, bei uns sind einige Datenbriefe per EMail für Sie eingetroffen. Wir wußten nicht, daß diese für Sie persönlich sind, deshalb hat unsere Sekretärin sie geöffnet. Ich mail Ihnen die dann mal zu. Im Hintergrund hört Herr Müller lautes Kichern

Die Rückkehr der Datenleichen. « Pflaumensaft.

Links 2010-03-04

Lost – das Finale?

Mein erster Prozess.

Und das Ergebnis ist so naja.

Die Gefahren der Vorratsdatenspeicherung sind in seinem langen Urteil anschaulich zusammengefasst – aber die Konsequenzen sind nur halbherzig gezogen worden. Das Urteil ist hart, aber nicht hart genug. Es ordnet zwar an, die bisher gespeicherten Daten zu löschen, lässt aber die Speicherung und Weitergabe der Daten für die Zukunft umfassend zu. Auf der Basis der im Urteil geschilderten Gefahren hätte die Speicherung aber generell verboten werden müssen. Das haben sich die Richter jedoch nicht getraut, weil es sonst einen Rechtskrieg mit der Europäischen Union gegeben hätte.

Das Miau-Mio-Urteil – jetzt.de.

Wieso zu schmal, da passen wir doch fast nebeneinander hin?

Großes… ähm… Kino

YouTube – Lego – The Force Unleashed.

Links 2010-02-25

Internet-Ausdrucker

Personalisierte News: Internet-Ausdrucker wollen die Zeitung retten – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Netzwelt:

Auf jedes Exemplar ist die Adresse des Empfängers gedruckt. Hinzu kommen künftig – je nach Wunsch – Mitteilungen aus der privaten Facebook-Community, die der Abonnent sich in seiner Zeitung ausdrucken lassen will.

"Niiu" ist die erste Zeitung der Welt, deren Inhalt sich jeder Leser selbst zusammenstellt: Politik aus der "Welt", "New York Times" oder "Prawda", Wirtschaft vom "Handelsblatt", Lokales aus "Tagesspiegel", "Bild" oder "Morgenpost". Oder andersherum: Jeder nach seiner Fasson. Damit wird das billige Massenprodukt Tageszeitung zum einzeln gefertigten, individuellen Maßartikel.

Also quasi ein “Hipster iPAD” ;-)

Spannend, auch aus technischer Sicht. “150 Meter Papier pro Minute durch den riesigen Tintendrucker” jagen würde ich auch mal gern auf meinem Schreibtisch.

Quotd

Aigners Attacke und Attitüde weisen in ein Land, das dringend über Sinn und Zweck von Straßenbeleuchtung diskutieren sollte.

Käse, Fleisch, Privatsphäre.

Wie ein schlimmer Tinnitus

Warum soll es gesellschaftlich erstrebenswert sein, journalistische Inhalte nur denen zugänglich zu machen, die dafür zahlen können? Inwiefern ist es gut, wenn Menschen ohne Geld schlecht informiert werden? Wäre es nicht gerade dann, wenn die Verlage ihre Online-Angebote kostenpflichtig machen müssen, erstrebenswert, ein kostenloses, aber dennoch zuverlässiges Angebot zu haben? „Kostenlos” ist natürlich der falsche Ausdruck, denn ARD und ZDF werden ja von uns bezahlt, aber Leute ohne Einkommen sind von der Gebühr befreit — eine solidarische, soziale Konstruktion, diese Rundfunkgebühr, die zudem dafür sorgt, dass nicht nur das produziert und finanziert wird, was eine Mehrheit sehen will.

Die Konkurrenten der öffentlich-rechtlichen Sender haben durchgesetzt, dass ARD und ZDF viele Inhalte aus dem Netz löschen müssen — und keineswegs nur zweifelhafte Angebote wie Kochrezepte oder Kontaktbörsen. Seitdem sind diverse Leute in den Anstalten mit etwas beschäftigt, das den schönen Namen „Depublizieren” trägt. Inwiefern dient es dem Gemeinwohl, wenn ARD und ZDF teuer produzierte Inhalte nur für eine begrenzte Zeit in der Regel sieben Tage zugänglich machen dürfen? Inwiefern ist es in meinem Interesse, dass Inhalte, die ich mit meinen Gebühren bezahlt habe, mir nur vorübergehend und nicht auf allen Plattformen angeboten werden?

Ein schöner und langer Artikel: Das Elend der Debatte um ARD und ZDF « Stefan Niggemeier.

Curling

Ungefähr immer, wenn ich gucke, läuft gerade Curling, eine Sportart, die von den Kommentatoren reflexartig „Schach auf Eis” genannt wird, obwohl ich „Mühle auf Haschisch” treffender fände. Die hypnotische Wirkung als Fernsehsendung, gerade in der Dämmerphase kurz vor dem Einschlafen, liegt irgendwo zwischen den „schönsten Bahnstrecken der Welt”, die die ARD sonst anstelle der nächtlichen Olympia-Sendungen abfährt, und einer Liveübertragung vom Trocknen frisch aufgetragener Farbe, und ich meine das positiv.

Curling « Stefan Niggemeier

Ich schau’s gerne.