Großartig. Emily Cleaver stellt nicht einfach nur hübsche Bilder ihres Sohnes Arthur ins Netz. Sie inszeniert sie als Filmszenen:
Ein paar Tage zu früh
54 Minuten dauerte Charlottes Leben. Niemand auf der Geburtsstation nabelte sie ab, saugte ihr die Luftröhre frei. "Wir hatten nicht einmal eine warme Decke für unsere Tochter", erinnert sich Melanie Lang, die Mutter, "wir haben versucht, sie zu wärmen, mit unseren Händen."
Für die Chance, vielleicht zu überleben, fehlten Charlotte drei, vier Tage im Mutterleib. Drei, vier Tage, und ein hochspezialisiertes Ärzteteam hätte sich des Mädchens angenommen, hätte es mit einem Kaiserschnitt geholt, hätte es in einen Brutkasten gebettet, bei exakt 33,5 Grad Wärme und 65 Prozent Luftfeuchtigkeit.
4000

Insgesamt jetzt 4,82 Windeln am Tag, die letzten Tausend knapp unter vier.
Tod durch Masern
Es war eine Infektion mit schwerwiegenden Folgen: Im Alter von sieben Monaten steckte sich ein Mädchen bei einem Erwachsenen mit Masern an. Jetzt, fünf Jahre später, hat sich bei ihr eine chronische und unheilbare Gehirnentzündung entwickelt.
Ursprünglich sollten die Masern in Europa bis 2010 ausgerottet sein, aber dafür sind hier die Impfquoten zu niedrig.
Konkurrenzlos
Lehrer berichten, dass Eltern immer häufiger gegen ihren Rotstift im Schulheft intervenieren. Man möge die Korrekturen doch mit einer anderen Farbe etwas weniger offensichtlich und verletzend vornehmen. Die Kinder fühlten sich durch zu viel Rot demotiviert. Rot verbinden die Kleinen mit falsch – aber ist nicht genau das der Sinn jeder Korrektur?
In den USA erzählt ein Fußballtrainer, dass in vielen Jugendligen die Wertung der Tore abgeschafft wurde. Dort wird nun einfach munter drauflosgekickt – es zähle schließlich das Erlebnis und nicht das Ergebnis. Die Kinder spielen nur so, und am Ende der Saison erhalten sie mannigfaltige Auszeichnungen. Für einige der Trophäen soll es schon genügen, wenn man nur immer pünktlich da war. Wie gut oder schlecht sie aber sind, im Spiel oder im Training – dazu fehlt den Talenten jeglicher Hinweis.
Unter diesen Vorzeichen wachsen nach Meinung von Dan Kindlon Teenager heran, die weder Unbehagen noch Selbstzweifel kennen. Die nichts anderes als eine glückliche Kindheit erlebten. Deren Eltern und Lehrer vom Sandkasten an, über den Spielplatz bis zur Schule in allen unbehaglichen Momenten intervenierten. Glück, das eigentliche Nebenprodukt des Lebens, wird zur Hauptzutat, zum Lebensziel schlechthin.
Einige Psychologen sehen genau darin die Rezeptur für spätere Desaster
Bidee du juu
Junior kommt nach Hause und singt: “Bidee du ju, bidee du ju”.
Offenbar wurde im Kindergarten ein Geburtstag gefeiert.
Was bisher geschah
Zurecht wurde kürzlich bemängelt, hier gebe es derzeit wenig neues. Das ist leider richtig, ich bin sehr mit anderen Dingen beschäftigt. Aber eine kurze Zusammenfassung der letzten Wochen:
Juniors zweiten Geburtstag haben wir bei wunderschönem Wetter erfolgreich über die Bühne gebracht. Vielen Dank an die Oma für’s Zurverfügungstellen ihrer Räumlichkeiten und ihres Gartens.
Eines der Geschenke dieses Geburtstags war eine kleine Spielzeuggitarre, die er seitdem ständig bespielt:

Zum Glück wurde sie inzwischen schon mehrmals fachmännisch gestimmt.
Passend dazu hat er seine Liebe zum Gesang entdeckt und beglückt uns mit immer wieder wiederholten Einlagen wie “Bruder Kob Kob”, “Wer will mit zur Oma fahrn” und “Fiderallalla”.
Nicht nur singen kann er jetzt wie ein Weltmeister, auch sein Sprachvermögen macht riesige Fortschritte. Das gegenseitige Verständnis hat enorm zugelegt. Außerdem kann er Anweisungen inzwischen gekonnt ignorieren.
Einen schönen Ausflug hatten wir mit Freunden in den Kurpfalzpark bei Neustadt/Weinstraße. Das ist eine Mischung aus Tier- und kleinem Vergnügungspark und genau das richtige für Kinder, die für Europapark und Co. noch zu klein sind. Vom Streichelzoo über eine Sommerrodelbahn bis zu einer Greifvogelschau gibt es dort einiges zu bespielen und bestaunen. Dicke Empfehlung, leider etwa eine Autostunde von Karlsruhe entfernt.
Und den gestrigen Feiertag verbrachten wir teilweise beim Oktoberfest der Dampflokfreunde. Ein Riesenspaß für große und kleine Eisenbahnfans.

Und schlussendlich geht Junior seit drei Wochen dreivierteltags in den Kindergarten. Abgesehen von fünf Minuten Trennungsschmerz am Morgen scheint das ganz gut zu laufen. Bisher haben wir keine Klagen der Betreuerinnen zu Hören bekommen.


